Allgemein Digitalisierung Kompetenzmanagement Leadership Neue Arbeitswelt

HR-Dauerbrenner und neue Trends – ein ungleiches Paar?

Zwei Hände fügen zwei unterschiedliche Puzzleteile (in weiß und blau) zusammen. Ähnlich verhält es sich mit HR-Dauerbrenner und neuen Trends.

“New Work ist alt!“ hörte ich schon vor vielen Jahren. Stimmt! Auch gekonntes Führen auf Distanz ist schon viel länger, als manche vermuten, in der Arbeitswelt relevant. Gleichzeitig sorgen beide Aspekte für neue Facetten im aktuellen beruflichen Alltag vieler Menschen. Ähnlich verhält es sich mit weiteren Themen, die für Führungskräfte, HR-Profis und Mitarbeiterinnen unterschiedlichster Fachbereiche wichtig sind. Wie neu sind manche Trends wirklich? Was verbindet sie mit einem HR-Dauerbrenner?

 

Unternehmensintern sowie bei der Zusammenarbeit mit Kundinnen bzw. Projektpartnerinnen haben Führungskräfte unter anderem mit diesen Themen zu tun:

Die Digitalisierung schreitet seit Jahrzehnten immer schneller voran. Sie ist aus vielen Arbeits- und Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Das gilt auch für HR-Themen. Führungskräfte erleben dies beispielsweise beim Recruiting neuer Mitarbeiterinnen. Beginnend bei der digitalen Sichtung von Bewerbungsunterlagen bis hin zu virtuellen Recruiting Gesprächen. Digitale Recruiting Optionen erleichtern einige Schritte des klassischen Recruitings. Gleichzeitig ist nach wie vor ein Prozess, der von Unbekanntem zu Vertrautem führt, notwendig. Dabei geht es – auch nach dem ersten digitalen Kontakt – um einen Dialog auf Augenhöhe. Ein Dialog beteiligt, bindet ein und führt dazu, dass Interesse entsteht. Interesse wiederum ist die Grundlage für Commitment. Letzteres ist vielen Führungskräften sowie ihren (zukünftigen) Mitarbeiterinnen bei der Zusammenarbeit wichtig.

In bestehenden Teams geht es öfters um einen förderlichen Umgang mit New Work für alle Beteiligten. New Work ist in manchen Unternehmen schon jahrelang gelebte Praxis. Woran liegt es, dass New Work heute in anderen Organisationen noch ausbaufähig ist? Das kann an unterschiedlichste Gründe haben.

Digital und sozial

Damit es bei New Work nicht beim Schlagwort und feel good-Faktor bleibt, haben Unternehmen, in denen New Work schon lange üblich ist, viel in ihre Unternehmenskultur investiert. Dafür ist das Fingerspitzengefühl der Führungskräfte gefragt. Genauso wie beim Balanceakt zwischen persönlichen Interessen und messbaren Ergebnissen im Sinne des Unternehmens, trotz New Work.

Ein weiterer Bereich, in dem Führungskräfte mit einem HR-Dauerbrenner und neuen Trends konfrontiert sind, betrifft die Zusammenarbeit in hybriden bzw. virtuellen Teams. Einerseits unterstützt das umfangreiche Angebot an digitalen Tools unter anderem die ortsunabhängige Zusammenarbeit. Andererseits steigen die Anforderungen an Führungskräfte von hybriden bzw. virtuellen Teams. Zum Beispiel, wenn schnelle, idealerweise möglichst richtige Entscheidungen zu treffen sind. Flache Hierarchien führen dabei nur bedingt zu rascheren Entscheidungen.

Auch die gerne angeführte Geschwindigkeit der Kommunikation über alle Hierarchieebenen verändert sich kaum durch die Reduktion der Ebenen. Eine per E-Mail weitergereichte kritische Information kann innerhalb von Minuten durch die Ebenen wandern. Falls eine derartige Information auf irgendeiner Ebene in einem Postfach für Stunden oder gar Tage versauert, ist es egal, wieviel Ebenen sie danach noch überwinden muss.

Diese Überlegung macht deutlich, dass die Lösung nicht in der Anzahl der Ebenen liegt. Stattdessen sollten sich Führungskräfte um eine andere Variable der Gleichung kümmern, und zwar die Anzahl der Entscheiderinnen! Darüber hinaus ist die Ergebnisorientierung viel wichtiger als der Ort und (manchmal) die Uhrzeit in der ein bestimmtes Ergebnis erzielt wurde.

Damit das in Zukunft weiterhin bzw. besser klappt, kann Reskilling und Upskilling der Mitarbeiterinnen notwendig sein. In diesen Fällen treffen altbekannte Themenfelder aus dem HR-Bereich wiederum auf aktuelle Trends. Um allfällige Lücken zwischen der bisherigen (Praxis-) Erfahrung und neuen Anforderungen zu schließen, können Führungskräfte ihren Mitarbeiterinnen entsprechende Aus- und Weiterbildungen ermöglichen. Der (vermeintliche) Trend zu Reskilling und Upskilling zahlt langfristig in die Team- und Organisationsentwicklung ein. Unter anderem, wenn es gelingt, Mitarbeiterinnen dank Reskilling und Upskilling länger im Unternehmen zu halten.

Purpose trifft Performance

Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterbindung hat mit dem passenden Purpose, dem Sinn der eigenen beruflichen Tätigkeit, zu tun. Immer mehr Mitarbeiterinnen wollen diesen ganz konkret erleben und sich damit identifizieren können. Einer von vielen Ansätzen, der sich mit Purpose beschäftigt, ist Simon Sineks Golden Circle Model aus dem Jahr 2006. Es widmet sich 3 Fragen:

  • Why: Warum macht das Unternehmen das, was es tut? Hier geht es um Purpose (Sinn/Zweck)!
  • How: Wie realisiert das Unternehmen sein Ziel?
  • What: Was macht das Unternehmen?

Alle 3 Ebenen sind gleich wichtig und strikt aufeinander aufbauend. Für den Unternehmenserfolg braucht es jedoch mehr als sie. Zum Beispiel messbare Ergebnisse, die zur Kundenzufriedenheit beitragen. Beim Spagat zwischen Purpose und Performance sind Führungskräfte seit jeher gefordert, verschiedene Bedürfnisse und Vorgaben unter einen Hut zu bringen.

Dabei kann Agilität hilfreich sein. Das ursprüngliche Agilitätskonzept entstand bereits in den 1950ern. 2001 initiierten 17 engagierte Software-Entwicklerinnen das Agile Manifest. Seither fanden die dortigen 12 Prinzipien auch den Weg in andere Fachbereiche. Diese agilen Grundwerte sind wesentliche Empfehlungen für das Team, auch für Führungskräfte. Agilität legt den Fokus auf Menschen und deren Interaktionen, damit Tools und Prozesse richtig eingesetzt werden. Dabei sollten, damals wie heute, die Menschen im Mittelpunkt stehen. Für mich zeigt auch dieses Beispiel, dass HR-Dauerbrenner und neue Trends kein ungleiches Paar sein müssen.

Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Was unterstützt Sie bei der Verbindung mit einem HR-Dauerbrenner und neuen Trends? Schreiben Sie uns hier über Ihre Erlebnisse!

 

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Martina Hofer Moreno, MBA, ERFOLGSSPUR Coaching Training Beratung, www.erfolgsspur.at

Das könnte Sie auch interessieren

No Comments

Leave a Reply