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Individuell und gemeinsam stark: Generationen-Mix gewinnt!

Gruppe bestehend aus älteren und jüngeren Mitarbeitern

Sylvia Eder, eine ehemalige österreichische Skirennläuferin, gewann mit 17 Jahren ihr erstes Abfahrtsrennen im Ski-Weltcup. Tom Brady triumphierte mit 43 Jahren zum siebten Mal beim prestigeträchtigen Super Bowl im American Football. Ihre Coaches und Teammitglieder umfassten unterschiedlichen Generationen. Denn Erfolg ist keinesfalls eine Frage des Alters! Die Zusammenarbeit im Team über Altersgrenzen hinweg kann Teil des Erfolgsrezepts sein – auch im Berufsleben.

Jedoch geistern unterschiedliche Meinungen durch verschiedene Büros, Medienberichte und Köpfe, dass dies mehr Wunsch als Wirklichkeit sei. Denn einen Generationenkonflikt gab es immer schon. Nicht erst, seit beispielsweise die Generation Z (Jahrgänge 1997- 2010) auf dem Arbeitsmarkt präsent ist. Allerdings zeigen Technologieanforderungen schonungsloser auf, wer aus den älteren Generationen nicht oder nur schwer mithalten kann.

Damit der Zusammenarbeit von Mitarbeiterinnen unterschiedlicher Generationen tatsächlich gelingt, ist ein hohes Engagement aller Beteiligten erforderlich. Digitalisierung sollte die Kommunikation zwischen den Generationen fördern anstatt zu erschweren. Sowohl Führungskräfte, HR- und Fachexpertinnen als auch langjährige, erst kurz Beschäftigte und junge Mitarbeiterinnen können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

Zum Beispiel, wenn es darum geht ein mehr oder weniger ausgeprägtes „Schubladendenken“ über (andere) Generationen aufzugeben. Denn die Einschätzung oder gar Bewertung von Menschen aufgrund ihrer „Generationszugehörigkeit“ greift zu kurz. Bei der genaueren Betrachtung einer bestimmten Generation wird eines deutlich: Je nach individueller Situation und persönlichen Zielen treffen verschiedene Denk- und Handlungsweisen aufeinander. Auch innerhalb einer Generation.

Wie zeigt sich das nun individuell bei Mitarbeiterinnen? Was macht Kolleginnen unterschiedlichen Alters gemeinsam für ihre (berufliche) Zukunft in ihrem Unternehmen fit?

Individuell

Es gibt Mitglieder der jungen Generation Z, die sich bewusst für die Zusammenarbeit mit älteren Kolleginnen entscheiden, anstatt beispielsweise in einem Start-Up mit Gleichaltrigen durchzustarten. Auf der anderen Seite sind jene ältere Mitarbeiterinnen, die deren (Groß-)Eltern sein könnten, daran interessiert, durch „reverse mentoring“ u.a. einen Perspektivenwechsel zu erleben. Dabei fungiert die jüngere Kollegin als Mentorin der älteren Kollegin. Ob „reverse mentoring“ für jemanden in Frage kommt, hängt von den jeweiligen individuellen Bedürfnissen ab.

Letztere spielen auch bei der Akzeptanz und Umsetzung von Homeoffice-Regelungen und flexibleren, ergebnisorientierten Arbeitsweisen eine Rolle. Dazu zählen neue Formen der Arbeit wie mobiles und agiles Arbeiten, hybride Teams, etc.

Dabei werden die Unterschiede zwischen den Generationen am ehesten sichtbar. Viele Vertreterinnen der Generation Z fordern neue Arbeitsformen von ihrer Arbeitgeberin ein. Innerhalb der Generation Y (Jahrgänge 1981-1996) finden etliche Berufstätige eine bessere Vereinbarkeit der verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereiche praktisch. Einige Mitgliederinnen der Generation X (Jahrgänge 1965 -1980) entdecken immer mehr Vorteile der neuen Flexibilität für sich.

Gemeinsame Anliegen verschiedenster Generationen können dank des Angebots (relativ) neuer generationsübergreifende Modelle erfüllt werden. Bei einer Variante teilen sich zwei Teilzeitbeschäftige aus unterschiedlichen Generationen eine Vollzeitstelle. Zum Beispiel eine Rückkehrerin aus der (Eltern-)Karenz und eine Mitarbeiterin in Altersteilzeit. Derartige Lösungen fördern das gegenseitige Verständnis für verschieden Lebensphasen und Bedürfnisse.

Gemeinsam

Das gelingt Mitarbeiterinnen verstärkt, wenn sie gemeinsam konkrete Beiträge leisten, die zu messbaren Ergebnissen führen. Etwa die erfolgreiche Durchführung von Kundenprojekten oder unternehmensinternen Aufgaben. Auf dem Weg dorthin entscheidet die Entfaltung des Potenzials unterschiedlicher Menschen über den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen ganz gleich welcher Generation sie angehören.

Teams gewinnen auch durch unterschiedliche „Typen“ und Ansichten. Wenn diese Unterschiedlichkeiten Raum bekommen, kann Großes gelingen. Diese „Gegensätze“ erzeugen allerdings auch Reibung, die Konfliktlösungen erfordern können. In solchen Situationen ist eine gute Begleitung von Führungskräften und HR-Profis gefragt, gegebenenfalls auch als Vermittlerinnen zwischen Mitgliedern verschiedener Generationen.

Denn bei aller Unterschiedlichkeit gilt: Unternehmen und Teams kommen eher zum Erfolg, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Jede Mitarbeiterin, ob jung oder alt, ist ein bedeutendes Mitglied des Unternehmens. Selbst wenn das Tempo, wie sich technische aber auch andere Elemente der Arbeitswelt entwickeln, herausfordernd ist. Hier spielt die Haltung in Richtung eines gemeinsamen Ziels eine größere Rolle als das unterschiedliche Alter.

Fit

Was macht die einzelnen Generationen nun wirklich aus? Letztlich nur der Zeitraum, in dem sie geboren wurden.

Daher können die Jüngeren vom Knowhow ihrer älteren Kolleginnen und umgekehrt die Älteren von neuen Gedanken, Innovationen und Ideen der jüngeren Mitarbeiterinnen profitieren. Das gelingt umso besser, je größer der Konsens über wichtige Aspekte der Zusammenarbeit ist. Dazu zählen unter anderem:

  • Klärung des gemeinsamen Ziels
  • Festlegung der Berichts- und Kommunikationswege
  • Verständnis für die vielfältigen Persönlichkeiten im Team
  • Teamgeist und gegenseitige Anerkennung
  • Förderung der Zusammenarbeit durch regelmäßigen Austausch

Wenn (altersbedingte) Diversität als Wert positiv beleuchtet wird, dann kann Unterschiedlichkeit als Katalysator eines Teams genutzt werden. Vor allem, sobald eine andere Sichtweise nicht als Angriff, sondern als Bereicherung wahrgenommen wird. Das kann sich förderlich auf die Unternehmenskultur auswirken. Sofern jedes Teammitglied in seiner Kraft ist, wird auch die Gesamtleistung stärker!

Idealerweise können sich Unternehmen durch diese generationenübergreifende Zusammenarbeit auch in Zukunft Innovationen sichern und alle Generationen voneinander lernen. Besonders, wenn es um die Entwicklung neuer Lösungen geht. Denn die Zukunft geht alle Generationen etwas an.

Welche anderen „Bausteine“ sind für Sie bei der Zusammenarbeit von generationenübergreifenden Teams wichtig? Was hilft Ihnen dabei am meisten? Schreiben Sie uns hier über Ihre Erfahrungen!

 Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Martina Hofer Moreno, MBA, ERFOLGSSPUR Coaching Training Beratung, www.erfolgsspur.at

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