Arbeitsrecht

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DAS Thema der letzten Wochen: „Arbeiten daheim“ – Was ist neu?

Aufnahme eines Laptops auf einem Schreibtisch in einem modernen Büro in der Nacht ohne Menschen

Das seit Jahren eher stiefmütterlich behandelte Thema „Arbeiten von Zuhause“ bekam im Pandemiejahr 2020 einen ungeheuren Schub. Laut einer Umfrage des Gallup Instituts (Favorisierte Arbeitsmodelle) im Dezember 2020 arbeiteten 42 % der befragten Mitarbeiter überwiegend zu Hause.

Mehr als zehn Monate nach dem ersten Lockdown im März 2020 gab das Bundesministerium für Arbeit am 27. Jänner 2021 die ersten dringend notwendigen Regelungen für das Homeoffice bekannt. Hier die wesentlichen Eckpfeiler:

  1. HOME OFFICE ist weiterhin Vereinbarungssache
    Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigen sich freiwillig zum Abschluss einer Home Office-Regelung, d.h. der Arbeitnehmer hat nach wie vor kein Recht auf Home Office, der Arbeitgeber wiederum kann Home Office einseitig nicht verordnen.Einzelvereinbarungen, auch freiwillige Betriebsvereinbarungen, mit einmonatigem Widerrufsrecht sind abzuschließen.Festgelegt wird je nach Branche und abgestimmt auf die Anforderungen im jeweiligen Unternehmen, wer, wann und in welchem Ausmaß zweckmäßigerweise von zu Hause arbeiten möchte bzw. soll.
  2. ARBEITSMITTEL
    Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die dafür notwendigen digitalen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Geplant ist, dass der Arbeitgeber eine steuerfreie Home Office-Pauschale für maximal 100 Tage a € 3,00 (= € 300 pro Jahr) an jeden Mitarbeiter für z.B. Laptop, Internet, Mobiltelefon, etc. zahlt. Fällt der Zuschuss des Arbeitgebers hingegen geringer aus, kann jeder Mitarbeiter im Home Office die Differenz als Werbungskosten geltend machen, zusätzlich von weiteren € 300,00/Jahr für z.B. belegmäßig nachgewiesene Kosten für ergonomisch geeignetes Mobiliar.
  3. UNFALLVERSICHERUNG im HOME OFFICE
    Die bis Ende März befristete Unfallversicherung im Home Office wird ein Dauerrecht und gilt für alle Wegunfälle vom Home Office beispielsweise zur Arbeitsstätte, zur Schule, zum Kindergarten oder zu einem Arzttermin. Die Unfallversicherung gilt weiterhin auch für Unfälle in der Wohnung oder im Haus. Somit ist ein vollständiger Schutz sowohl am Arbeitsplatz, als auch im Home Office gewährleistet.
  4. PENDLERPAUSCHALE
    Der bis 31. März 2021 geltende Anspruch auf die Pendlerpauschale gilt weiterhin, allerdings in Abhängigkeit von der Anzahl der tatsächlich im Home Office verbrachten Arbeitstage.
  5. ARBEITS- und RUHEZEITEN zu Hause
    Laut Aussage des Arbeitsministers Dr. Kocher am 27.01.2021 „wird die Arbeitszeit genauso wie im Büro berechnet“. Daraus folgt, dass alle Bestimmungen aus dem Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetz auch für die Arbeitszeiten im Home Office gültig und einzuhalten sind. Das Arbeitsinspektorat erhält keinen Zutritt zu privaten Wohnbereichen.

So diese Regelungen in Kürze im Nationalrat beschlossen werden, gelten sie von 2021 bis 2023. Im Jahr 2023 ist eine Evaluierung vorgesehen.

Mit diesem Regelwerk zu Home Office wurde im ersten Schritt  jedenfalls für die Arbeitgeber und ihren Mitarbeitern Planbarkeit und gleichermaßen Sicherheit und Flexibilität erreicht. Auf die Ergebnisse der Evaluierung 2023 darf man gespannt sein.

Wenn dem Wunsch von 71 % der unter 30-jährigen laut Gallup Institut (Favorisierte Arbeitszeitmodelle) gefolgt werden soll, so wünschen sich diese ein hybrides Arbeiten, allerdings mit weit mehr zeitlichem Spielraum, als es derzeit laut den arbeitsrechtlichen Bestimmungen möglich ist.

Alle Details zum Nachlesen der Home Office Vereinbarung finden Sie hier: https://news.wko.at/news/oesterreich/Die-Eckpunkte-der-Sozialpartnervereinbarung-Homeoffice-.html

Ich freue mich auf Ihre Fragen und Erfahrungen, insbesondere in Zusammenhang mit „Führen aus der Ferne“ Ihrer im Home Office arbeitenden Mitarbeiter.

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von Margit Haudek, Margit Haudek Human Resources GmbH, www.haudek-humanresources.at

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