Allgemein Kompetenzmanagement Leadership

Chaos oder Chance
mit Remote Leadership?

Eine Frau sitz vor ihrem Laptop und nimmt an einer Videokonferenz mit mehreren Personen teil. Sie hält einen Zettel mit Grafiken/Diagrammen in der Hand.

„Endlich mehr Zeit für mich!“ „Nein, virtuelle Teams machen mehr Arbeit!“ oder „Was soll dieser heiße Tanz um Führung aus Distanz?“ Die Erfahrungen mit Remote Leadership können sehr unterschiedlich sein. Michael landete „über Nacht“ im Homeoffice. Anna begleitet seit Jahren mehrere Teams gekonnt mit Remote Leadership.

So manche Kolleginnen traf Anna erst nach einigen Jahren virtueller Zusammenarbeit persönlich. Michael zum Beispiel. Ihr erstes Treffen fand nach drei Jahren gelungener Kooperation statt. Damals waren Online-Meetings, wie wir sie heute kennen, eher selten. Seither weiß Anna: auch örtlich getrennte Teams können gemeinsam erfolgreich sein. Sogar, wenn ihre Mitglieder aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen und verschiedenste (Lebens)erfahrungen mitbringen.

Was kann beim Führen aus Distanz („Remote Leadership“) hilfreich sein? Michael muss so rasch wie möglich Antworten darauf finden. Denn ausgerechnet in einer erfolgskritischen Phase eines Projekts heißt es „bis auf Weiteres“ Homeoffice für sein Team. Seine Leadership Skills sind mehr denn je gefragt. Michael kennt etliche seiner Kolleginnen schon länger. Bei anderen war er in den Recruitingprozess eingebunden. Dennoch sind ihm manche „virtuelle Bedürfnisse“ seines Teams neu.

Team

Zusätzlich entdeckt Michael, dass er einige seiner Stärken, die ihm bisher bei der Zusammenarbeit im Büro halfen, nun nicht wie gewohnt einsetzen kann. Ihm ist klar, dass er mehr als die neueste Technologie braucht, um seine Führungsaufgaben „aus der Distanz“ zu meistern. Beispielsweise, auch online, das passende Gespür für sein Team. Damit kann er es weiterhin in Richtung gemeinsamer Ziele begleiten.

Schließlich hat Michaels Team unabhängig vom jeweiligen Arbeitsort nach wie vor verschiedenste Vorgaben zu erfüllen. Das trifft auf unternehmensinterne Projekte genauso zu wie auf Kundenbedürfnisse oder die Zusammenarbeit mit externen Projektpartnerinnen. In seiner Rolle als Führungskraft und Projektleiter trägt Michael im Homeoffice weiter Ergebnisverantwortung.

Daher ist es wichtig, dass er – wie andere Menschen, denen es ähnlich geht- gute Lösungen dafür findet. Besonders, wenn bewährte Führungs- und Verhaltensmuster jetzt weniger den Mitarbeiterbedürfnissen im Homeoffice (oder an anderen Standorten) entsprechen.

Dann sind neue, situations- bzw. persönlichkeitsadäquate Zugänge und Verhaltensweisen nützlich.  Vor allem in Zeiten der Unsicherheit erfordert Führung mitunter deutlich mehr Klarheit und (kurzfristigere) Zielorientierung. Zum Beispiel kürzere Projektphasen und verständliche Strukturen, die wirken. Diese geben Mitarbeiterinnen (mehr) Sicherheit, Orientierung und schaffen Vertrauen. Agilität als Ausrede für Chaos wäre kontraproduktiv. Stattdessen setzt Anna aktuell unter anderem auf ein starkes Fundament.

Kultur

Für sie ist das, auch beim Führen aus Distanz, eine Kultur die tatsächlich inspirierend ist. Dazu gehört, dass Mitarbeiterinnen Vertrauen und Gestaltungsmöglichkeiten erleben. Diese beiden Aspekte können jedoch eine variantenreiche Begleitung der Mitglieder des Teams durch Remote Leadership bedingen.

Manchen Menschen fällt es leicht, sich in Remote Settings zu bewegen. Vielleicht finden sie diese noch ansprechender als den „klassischen Büroalltag“. Andere brauchen hingegen mehr Unterstützung während weiteren Kolleginnen zu viele Rückfragen (z.B. der Führungskraft) unangenehm sind. Idealerweise gelingt es mit Remote Leadership, das jeweils benötigte Tool-, Skill-, und Mindset anzubieten bzw. zu unterstützen. Auch dafür sind entsprechende Leadership-Qualitäten notwendig. Ebenso, wenn es um das Zusammenspiel folgender Faktoren geht:

  • Klarheit über Verantwortungsbereiche, Arbeitsabläufe und Zeitpläne
  • Förderung von Kreativität, Innovation und unternehmerischem Denken
  • Selbstorganisation und Übernahme von Verantwortung
  • Messbare Ergebnisse und Spaß bei der Arbeit
  • Akzeptanz der Individualität in Richtung eines gemeinsamen Ziels.

Dabei geht es keineswegs darum „alles zuzulassen“ oder großem Durcheinander „Tür und Tor“ zu öffnen. Viel mehr gewinnt Remote Leadership mit einem stimmigen Mix, welcher Raum für eigenständige Entscheidungen schafft, eine ermutigende Lernkultur begünstigt und nachweislich Erfolg ermöglicht. Denn anhaltender Misserfolg kann den Spaß an der Arbeit nehmen. Das ist weder im Sinn der Unternehmensleitung noch von HRM-Verantwortlichen, Führungskräften oder anderen Mitarbeiterinnen.

Erfolg

Unlängst genossen Anna und Michael eine virtuelle Kaffeepause miteinander. Dabei sprachen sie über ihr, eingangs erwähntes, gemeinsames Team. Für Anna war es „seinerzeit“ mit einer förderlichen Haltung erfolgreich. Etwa, als das gesamte Team gemeinsam an einem Strang gezogen hat. Dies, obwohl jedes Mitglied- wie Michael- unterschiedliche Arbeitszeiten, bzw. -orte und individuelle Aufgaben hatte. Für Michael war mitentscheidend, dass Anna versuchte, den Spagat zwischen menschlicher Nähe trotz Distanz und beruflichem Erfolg zu meistern.

Mittlerweile hat auch Michael einige Zutaten für sein Remote Leadership-Erfolgsrezept gefunden. Dadurch „schmeckt“ es für ihn und sein Team mehr nach Chance statt Chaos:

  • Michael kommuniziert und erklärt Ziele, bis ein gemeinsames Verständnis darüber im Team herrscht. Dann vertraut er- im vereinbarten Rahmen- auf die Kreativität, Intelligenz, Entscheidungsfreude und Verantwortungsbereitschaft seiner Kolleginnen bei der Umsetzung.
  • Sein Team weiß, dass er kein unethisches oder ungesetzliches Verhalten toleriert. Denn große Freiräume sind mit einer großen Verantwortung verbunden!
  • Michael reflektiert und hinterfragt seine Remote Leadership Skills laufend um sie weiterzuentwickeln.
  • Wenn eine Mitarbeiterin bei einer Entscheidung unsicher ist, kann sie Michael gerne kontaktieren. Allerdings nimmt er seiner Mitarbeiterin die Entscheidung meistens nicht ab, sondern fragt: „Was brauchst du, damit du die Entscheidung selbst treffen kannst?“

Wie lösen Sie die Herausforderungen rund um Remote Leadership? Was hilft Ihnen dabei am meisten? Schreiben Sie uns hier über Ihre Erfahrungen!

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Martina Hofer Moreno, MBA, ERFOLGSSPUR Coaching Training Beratung, www.erfolgsspur.at

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