Employer Branding

Employer Branding?
Jetzt erst recht!

Mann mit blauem Cachet hält sich einen Zettel vor sein Gesicht. Auf dem Zettel befindet sich ein Fragezeichen.

In den vergangenen Monaten hat sich der Arbeitsmarkt stark verändert. So viele Arbeitnehmer wie nie zuvor seit Beginn der zweiten Republik sind arbeitslos geworden. Viele Betriebe mussten ihre unternehmerischen Aktivitäten zurückfahren und haben deswegen auch wenig bis keinen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern. Es gibt derzeit also gerade mehr Angebot an Arbeitskraft als Nachfrage. In den letzten Jahren haben Experten im Zusammenhang mit Employer Branding immer wieder davon gesprochen, dass ein Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmer-Markt erfolgt ist. Das heißt, dass es mehr Nachfrage als Angebot gab und sich Arbeitnehmer ihren Wunscharbeitgeber aussuchen konnten. Unternehmen hatten folglich die Aufgabe, sich bei ihren potentiellen Mitarbeitern quasi zu bewerben und sich deshalb besonders attraktiv nach außen zu präsentieren.

Da dieses Kräfteverhältnis nun bedingt durch die aktuelle Krise umgedreht scheint, ergeben sich folgende Fragen: Wandelt sich der Markt wieder zum Arbeitgebermarkt? Ist der Arbeitsmarkt nun wieder gut gefüllt mit Top-Arbeitskräften, die alle um einen der wenigen Jobs buhlen müssen und wo sich Betriebe die Besten der Besten aussuchen können, ohne sich groß „anstrengen“ zu müssen? Was hat die Covid-19 Krise in Hinblick auf Employer Branding verändert? Braucht es Employer Branding überhaupt noch?

Die Antwort ist – gleich vorweggenommen – ein klares Ja! Allerdings scheint Employer Branding eine andere Bedeutung zu bekommen.  Viele Betriebe haben ihre Employer Branding Aktivitäten in den vergangenen Monaten reduziert oder sogar eingestellt. Jetzt aktiv und wachsam zu bleiben, kann sich aber in naher Zukunft auszahlen.

Gute Gründe für Employer Branding in der Krise

  • Die passenden Kandidaten ansprechen: Wenn es viele Bewerbungen für eine Stelle gibt, ist es umso wichtiger, sich klar als Arbeitgeber zu positionieren: Wer sind wir, wie arbeiten wir, wer passt zu uns, wen wollen wir nicht ansprechen? Schließlich geht es darum, nicht mit vielen Bewerbungen überhäuft zu werden, sondern die passenden Bewerber anzusprechen. So wird ein unnötig hoher Aufwand mit Screening und Absagen vermieden. Gerade jetzt lohnt es sich also, sich mit der eigenen Identität als Arbeitgeber zu beschäftigen.
  • Wirkung nach innen: Mit einem guten Krisenmanagement und transparenter Kommunikation konnten sich einige Unternehmen einen enormen Bonus in Sachen Arbeitgeberattraktivität erarbeiten. Es hat sich gezeigt, wer die guten Führungskräfte sind – in herausfordernden Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. In einer solchen Situation großer Unsicherheit gilt es ganz besonders Sicherheit zu signalisieren und Zuversicht auszustrahlen, das stärkt die Mitarbeiterbindung. Auch das ist Employer Branding.
  • Fachkräfte, insbesondere IT-Experten, sind rar wie eh und je: Wir beobachten teilweise sogar einen noch stärkeren „War for IT-Talents“, da die Digitalisierung in den vergangenen Monaten sehr rasch eine noch größere Bedeutung erhalten hat. Neue Geschäftsmodelle entstehen und viele Unternehmen nutzen gerade jetzt die Zeit um Prozesse IT-gestützt zu optimieren. Weiters gibt es auch Firmen, die COVID-19 bedingt eine verstärkte Nachfrage verzeichnen und Mitarbeiter aufbauen. Für diese Organisationen ist Employer Branding noch wichtiger geworden.

Chancen, die sich durch die aktuelle Situation für das Employer Branding erschließen

  • Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen gerade sehr gebraucht werden, können jetzt auf ein größeres Arbeitskräftepotential am Markt zurückgreifen und haben damit auch mehr Chancen, gute und passende Mitarbeiter für sich zu gewinnen.
  • Vielleicht ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt und sind Ressourcen frei, um sich Fragen zu stellen wie: Wer sind wir als Arbeitgeber? Welche Kandidaten passen wirklich zu uns? Wohin soll die Reise gehen? Welche Kompetenzen brauchen wir in den nächsten Jahren?

Auch, wenn es in manchen Unternehmen gerade weniger klassische Recruiting-Unterstützung durch das Employer Branding braucht, so ist der tiefere Kern des Employer Brandings vermutlich wichtig wie selten zuvor: Die Frage nach der Identität und die Identifikation der bestehenden Mannschaft mit dem Unternehmen.

Wie sind Sie im Unternehmen mit Ihren Employer Branding Aktivitäten umgegangen? Haben Sie pausiert, sind Sie weiterhin aktiv oder noch aktiver als zuvor? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse!

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Mag. Gabriele Fischereder, getbestfit, www.getbestfit.at

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1 Comment

  • Reply
    Roland Schieber
    11. September 2020 at 9:23

    Wer immer noch der Meinung war, dass Employer Branding „nice to have“ aber nicht wirklich notwendig ist, dem lege ich den Artikel von Frau Fischereder ans ❤️👍🏼

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