Allgemein Employer Branding Recruiting

CSR ohne HR – geht gar nicht!

Darstellung eines Ordners mit Fokus auf die Registerkarte: CSR Corporate Social Responsibility

Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung zeigen, tun sich leichter damit, gute Mitarbeiterinnen zu finden. Gleichzeitig beeinflusst das Personalwesen maßgeblich das Bild, das die Öffentlichkeit von den Unternehmen hat.

Was ist was?

Laut Europäischer Kommission ist  Corporate Social Responsibility die soziale Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, wobei der – mehr oder weniger – freiwillige Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht. CSR betrifft die Bereiche Soziales, Ökologie, Ethik, Menschenrechte, Verbraucherschutz, Stakeholder und Unternehmensstrategie.

Human Resources, kurz HR, kommt aus der Wirtschaftswissenschaft und wird etwas spröde mit Humankapital übersetzt. Im landläufigen Gebrauch versteht man darunter “das Personalwesen”.

Wie greifen CSR und HR ineinander?

Unternehmen arbeiten nicht isoliert von der Außenwelt vor sich hin, sondern sie sind x-fach vernetzt, u.a. mit Kundinnen, Lieferantinnen und Behörden. Über die eigenen Mitarbeiterinnen als Multiplikatoren sind sie zusätzlich mit vielen anderen verbunden. Betriebliche Maßnahmen werden somit nach außen getragen und gestalten das Bild maßgeblich, welches die Gesellschaft vom Unternehmen hat. Die Arbeitgeberinnen können dies also auch gut beeinflussen, ganz unter dem Motto “Tu Gutes und sprich darüber!”.

Das wirkt sich aus auf die Arbeitgeberinnenattraktivität, auch unter dem Begriff Employer Branding derzeit in aller Munde:  Unternehmen mit viel Engagement “für die Gesellschaft” werden als bessere Arbeitgeberinnen eingeschätzt und haben einen direkten Vorteil bei der Rekrutierung ihrer Mitarbeiterinnen.

Hier ist jetzt HR-Expertise gefragt! Einerseits arbeitet im Rekrutierungs-Alltag damit, wie das Unternehmen dasteht und wie leicht oder schwer es somit zu Bewerberinnen kommt. Andererseits hat HR u.a. einen großen Einfluss darauf, wie das Unternehmen am Bewerberinnenmarkt wahrgenommen wird und beeinflusst so direkt das Employer Branding.

Was, wenn nicht?

Den Ruf eines Unternehmens, welches sich nicht besonders um Mitarbeiterinnen und Gesellschaft kümmert und nur seine eigenen Ziele im Auge hat, kann man sich gut vorstellen.

Noch schlimmer aber ist die Reputation von Unternehmen, die CSR nur als Werbemaßnahme verwenden und die geäußerten Maßnahmen in Wirklichkeit gar nicht umgesetzt haben. Die digitale Welt reagiert sehr sensibel auf – wenn auch nur vermuteten – Betrug oder zumindest Schönfärbung, und das in ungeahnter Geschwindigkeit. Arbeitgeberbewertungen besonders durch enttäuschte Bewerberinnen werden “angepasst”, Google-Einträge erstellt, und Diskussionen in Foren gestartet. Das alles wieder einzufangen und zu relativieren, ist sehr heikel und aufwendig.

CSR ohne HR ist geradezu verdächtig, nicht ernst gemeint zu sein. Wie soll ein Unternehmen glaubwürdig vermitteln können, an sozialer Nachhaltigkeit zu arbeiten, wenn die Menschen in diesen Prozess nicht einbezogen werden? CSR ist für die Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens und kann ohne diese nicht funktionieren. Somit geht es deutlich am Ziel vorbei, nur mittels Werbung und Marketing daran zu arbeiten.

Über die Auswirkungen schlechter Personalarbeit im Bewerbungsprozess wurde schon viel geschrieben. Keine Rückmeldung auf eine Bewerbung zu bekommen, überrascht oft schon gar nicht mehr. Und über ungenaue Ausschreibungstexte und fehlerhafte Angaben sehen viele Bewerberinnen oft resigniert hinweg mit der Aussicht, die Chancen auf den vermuteten guten Job doch noch zu bekommen.

So geht es!

Gute HR-Arbeit in Kombination mit tatsächlich umgesetzter CSR geht anders. Durch professionell aufgesetzte und bearbeitete Ausschreibungen kommen Unternehmen zu guten Bewerberinnen, die einerseits zu guten Mitarbeiterinnen werden und andererseits auch bei Absagen trotzdem gut über das Unternehmen reden und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder andocken wollen.

Die positiven Effekte auf die Arbeitgeberattraktivität sind eine Sache, der große Wert findet sich aber in der kulturellen Ausrichtung und vielleicht sogar Neuorientierung: Die soziale Nachhaltigkeit, die nach innen und nach außen gelebt, durch strategische Maßnahmen gefördert und dabei von HR begleitet wird, positioniert das Unternehmen automatisch und ziemlich eindeutig als Gegenpol zu Firmen, die rein durch ihre Eigeninteressen gesteuert werden.

HR kann nicht alleine Wunder wirken: Als strategischer Partnerin der Geschäftsführung wird betriebsintern die Grundlage dafür gelegt, dass Bewerberinnen sich von sich aus bewerben bzw. von bestehenden Mitarbeiterinnen empfohlen werden. Gute und solide Mitarbeiterinnenbetreuung in einem wertschätzenden Unternehmensumfeld mit sinnvoller Tätigkeit, guten Kolleginnen und guter Führung, bestenfalls auch noch mit guten Perspektiven, sind die Zutaten für den Erfolg.

Dieses Unternehmen braucht dann nur noch nach außen tragen, was es macht, wie es das macht, und wozu es das macht. Die schlagkräftige Einheit CSR-HR garantiert, dass Menschen deswegen mitarbeiten wollen, weil das Gesamtpaket passt und die Mitbewerberinnen oft nur Teilaspekte stärken und nicht das große Ganze im Auge haben.

Notwendige Änderungen in Haltung und Prozessen oder zu viel Lärm um altbekannte Zusammenhänge – wie stehen Sie zu den Vorschlägen? Schreiben Sie uns doch!

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Mag. Jürgen Atzlsdorfer, DOPEG GmbH, www.dopeg.at

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