Employer Branding Leadership Mitarbeiterbindung

So funktioniert
Mitarbeiterbindung heute

Noch vor 15 Jahren machten sich Personal-Verantwortliche viele Gedanken darüber, mit welchen Goodies sie Mitarbeiterinnen an das Unternehmen binden können. Die Palette reichte – und reicht in vielen Betrieben noch immer – von Events, Fitnessangeboten, Versicherungen und Einkaufsvorteilen bis hin zu Geschenken. Mit aufwendigen Maßnahmen versuchte man von der Personalabteilung ausgehend die Fluktuation zu reduzieren. Das genügt heute aber nicht mehr, um Mitarbeiterinnen langfristig an ein Unternehmen zu binden.

 

Individuelle Führung wird erwartet

Viel ausschlaggebender für eine dauerhafte und gute Beziehung zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin ist der „Umgang“ mit den Mitarbeiterinnen. Das beginnt schon beim Recruiting-Prozess: Hier soll und darf den Bewerberinnen nichts versprochen werden, was dann im Arbeitsalltag nicht erfüllt werden kann. Vielmehr gilt es den Unterschied zwischen Versprechen und gelebter Realität so klein wie möglich zu halten, um Enttäuschung und Fluktuation von Beginn an zu vermeiden. Und auch die grundlegenden Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen haben sich verändert und damit auch ihre Erwartungen an die Führungskräfte.

Um Mitarbeiterinnen zu halten, braucht es zunächst ein Verständnis für die Bedürfnisse und Wertehaltungen der jeweiligen Generationen: Was erwarten sie von ihrem Arbeitsplatz, vom Arbeitsinhalt, von der Unternehmenskultur und ganz besonders von ihren Vorgesetzten?

Betrachtet man z.B. die Generation Y und Generation Z, so tun Führungskräfte und Personalistinnen gut daran, sich mit folgenden Themen auseinanderzusetzen:

  1. Work-Life-Balance statt Überstunden und Karriere: Freizeit ist die neue Währung.
  2. Fairness vorausgesetzt: Transparenz in Entlohnung und Weiterkommen gilt als selbstverständlich.
  3. Individuelle Benefits statt Goodies für die gesamte Belegschaft: Sabbatical, Weiterbildung, flexible Arbeitszeit oder Zeit für soziales Engagement sind die wahren Zuckerln.
  4. Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und Lebensphasen: Offenheit für Bildungskarenz, Auszeit oder temporäre Teilzeit wird geschätzt.
  5. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Männer und Frauen müssen hier gleiche Möglichkeiten bekommen.
  6. Content hits Position: Neben Führungskarrieren gelten auch Karrieren als Fachexpertin als attraktiv.
  7. Beachten grundlegender Werte: Ehrlichkeit, Freiheit, Zusammenhalt, Authentizität und Toleranz in der Zusammenarbeit zählen.
  8. Professionelle Führung als Basis: Mitarbeiterinnen erwarten von ihren Vorgesetzten aktive Kommunikation, effizient gestaltete Meetings, rasche Problemlösung und klare, verlässliche Entscheidungen.

Über all diesen Erwartungen steht das große Bedürfnis nach Individualität. Statt im Gießkannenprinzip wollen Mitarbeiterinnen heute individuell geführt werden. Sie fühlen sich dadurch ans Unternehmen gebunden!

Eine Auseinandersetzung mit Themen wie Equal Pay, Führung auch in Teilzeit oder unterschiedlichen Karenzmodellen kann eine individuelle Ausgestaltung von Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zusätzlich unterstützen.

 

Leadership Branding und Internal Branding werden unumgänglich

Verbundenheit mit einem Unternehmen entsteht durch gute Führungsarbeit und auch durch Identifikation mit Kultur und Werten einer Organisation. Haben Mitarbeiterinnen das Gefühl: „Hier bin ich richtig. Das passt zu mir. So ticke ich auch.“, wird aus einem bloßen Brotberuf eine Berufung. Es ist dann ein begehrter Arbeitsplatz, an dem man sich wohl fühlt und den man nicht so rasch aufgeben möchte. Eine solche emotionale Verbundenheit wird besonders durch interne Markenbildung erreicht. Internal Branding macht Mitarbeiterinnen eines Unternehmens zu Markenbotschafterinnen, indem eine laufende Auseinandersetzung gefördert und positive Erlebnisse mit den Werten des Arbeitgebers geschaffen werden. Wesentliche Hebel und Multiplikatorinnen in diesem Prozess sind die Führungskräfte. Mit deren Zutun werden nachhaltig positiven Eindrücke geschaffen. Und umgekehrt wird durch schwache Führung auch jegliches Bemühen um Mitarbeiterbindung zunichte gemacht. Es heißt nicht umsonst: People join Companies and leave Managers.

Beantworten Sie sich selbst und im Kommentarfeld auch uns doch folgende Fragen:

  • Welche Strategie zum Binden von Mitarbeiterinnen verfolgen Sie in Ihrem Unternehmen?
  • Womit haben Sie bereits Erfolge erzielen können?
  • Auf welche unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen richten Sie Ihre Maßnahmen aus?

Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen!

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Mag. Irmgard Prosinger, getbestfit, www.getbestfit.at

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