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HRM erntet hohe Wertschätzung von Geschäftsführern

HR Blog: Benchmark Studie: Welchen Stellenwert hat HRM bei Geschäftsführern in KMUs?

Human Resource Management (HRM) wird durchwegs als sehr wichtig erachtet. Das Interesse daran sowie dessen Bedeutung soll sogar steigen. Diese positive Feststellung beruht auf einer jüngst durch unsere HRM Experts Group durchgeführte Benchmark Studie. Personalarbeit ist im Dienstleistungssektor am stärksten ausgeprägt. Es besteht ein deutlicher Trend sich damit auseinanderzusetzen, wie Mitarbeiter im Betrieb gehalten werden können. Dabei zeigt sich, dass KMU bei Personalthemen vor allem eher intuitiv vorgehen.

Benchmark Studie

Unserer durchgeführten qualitativen Studie zufolge wird das Thema Personal in österreichischen klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) von Geschäftsführern als wichtig erachtet. Im Schnitt soll die Umsetzung von Personalaktivitäten um 11% gesteigert werden, wobei besonders die Themen Employer Branding und Kompetenzmanagement von den Befragten favorisiert werden. Zu diesem Ergebnis kam unser 11-köpfiges Team der HRM Experts Group, nachdem wir von Juni bis Oktober 2017 Interviews mit den Geschäftsführern von KMU durchführten. Untersucht wurden Unternehmen mit bis zu 550 Mitarbeitern im Raum Wien.

Ziel der Studie war es

  • mehr über die Handhabung von Personalagenden in klein- und mittelständischen Unternehmen zu erfahren (Studien zu Großunternehmen gibt es ja zu Hauf),
  • die Zukunftsrelevanz von diversen Personalthemen zu erörtern und
  • den teilnehmenden Unternehmen einen Vergleich mit einer Auswahl von wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen als Benchmarks zu bieten.

Aus dem Raum Wien konnten wir 83 Betriebe zur konstruktiven Mitwirkung gewinnen!

Umsetzung der HR Arbeit in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Obwohl Personalmaßnahmen in KMU häufig eher intuitiv als formell gesetzt werden, erkannten wir deutlich eine breitangelegte Wertschätzung der Geschäftsführer gegenüber ihren Mitarbeitern. Dabei geht es den befragten Firmen vor allem darum, die für die jeweiligen Unternehmensziele relevanten Personalmaßnahmen zu identifizieren und professionell anzugehen. Die recht pragmatischen Aussagen zu einzelnen Themenfeldern des Human Resource Managements, wie Recruiting, Employer Branding, Flexibilisierung der Arbeit, Kompetenzmanagement und Trennungsmanagement, lassen erkennen, dass es auf Geschäftsführerebene durchgängig nicht als unbedingt erforderlich angesehen wird, in allen HRM-Themenfeldern eine 100 Prozentmarke zu erreichen.

Unterteilung in Bereiche und Kerninhalte

Die befragten Unternehmen ordneten wir vier Bereichen bzw. Sektoren zu: Dienstleistung, Handel, Produktion und Sonstige (z.B. F&E). In Österreich werden 4/5 aller Unternehmen dem Dienstleistungssektor zugordnet. Diese beschäftigen 68% aller Beschäftigten in Österreich und erwirtschaften 65% des BIP. 1/5 der Betriebe mit 27% aller Mitarbeiter werden der Produktion, einschließlich Handel zugeordnet. Produktionsbetriebe erwirtschaften 33% des BIP (Quelle: Johannes-Kepler-Universität Linz, Institut für Datenverarbeitung in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften).

Unsere Studie zeigt auf, dass Personalarbeit am intensivsten im Dienstleistungssektor betrieben wird. Dabei stehen die Themen Kompetenzmanagement, Trennungsmanagement und Digitalisierung im Vordergrund. Im Durchschnitt hinken Produktionsbetriebe bei einigen Themen noch hinterher.  Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass hier häufig angelernte Kräfte oder Aushilfskräfte beschäftigt werden, wodurch und dadurch weniger Spielraum für Personalmaßnahmen gegeben ist beziehungsweise weniger investiert wird.

Wie sahen die Geschäftsführer diese Studie?

Viele der von uns befragten Geschäftsführer empfanden die Interviews als aufschlussreich und inspirierend. Michael T. Grüssinger von der Geschäftsleitung der Alfred Kärcher GmbH sagte z.B.: „Das mit dem Interviewer geführte Fachgespräch lieferte einige bedeutende Anregungen zur Personalarbeit in meinem Unternehmen, und ich fand es durchaus interessant, die Handhabung der Personalagenden im eigenen Unternehmen mit erwiesenermaßen am Markt erfolgreichen Unternehmen vergleichen zu können.“ Und Peter Buocz, Geschäftsführer der Schick-Hotels Betriebs GmbH, meint: „Ich bin ein Anhänger von gut geführten Studien, die gleichzeitig Anhaltspunkte geben, wo ich mit meinem eigenen Betrieb stehe. Interviews dieser Art regen Geschäftsführer dazu an, den Fokus wieder oder verstärkt auf das Thema HR zu richten.“

Insgesamt stellen wir sehr klar fest, dass insbesondere die als Benchmark-Unternehmen geführten Betriebe sich für die Zukunft deutlich höhere Ziele setzen. Eine erfreuliche Nachricht für all jene von uns denen das Thema Personal immer schon am Herzen lag, nicht wahr?

Ach ja, und noch etwas: Die Studie kam gut an und von einigen Seiten wurde ein reges Interesse an einer spezifischeren Branchenunterteilung kundgetan. Daher starten wir ab April 2018 mit einem erweiterten Projektteam in einen zweiten Durchgang.

Benchmark Studie: Stellenwert von Human Resources im Raum Wien

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Edith Neudhart MBA, MAS, Fa. PR-Consult, www.pr-consult.eu

Das Projektteam zur Benchmark-Studie bestand aus Markus Brunner MBA, Mag. Alexander Degenhart, Mag. Georg Dirnberger, Margit Haudek, Martina Hofer Moreno MBA, Edith Neudhart MBA, MAS, Mag. Irmgard Prosinger, Mag. Birgit Sciborsky, Mag. Claudia Schwingenschlögl, Christiana Scholz und Mag. Georg Weinand.

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