Employer Branding

Chefsache!
Warum Employer Branding ‚ganz oben angesiedelt‘ sein muss

HR Blog: Employer Branding ist Chefsache

Wer kümmert sich in Ihrem Unternehmen um das Thema Employer Branding? Das Marketing, die Personalabteilung oder beide gemeinsam? Und welche Rolle spielt die Geschäftsführung? Ist sie strategischer Treiber und Entscheidungsträger, wenn es um die Attraktivität als Arbeitgeber geht? Oder will sie über das Projekt bloß informiert werden? Management Attention ist im Kampf um die besten Arbeitskräfte wichtig und sogar erfolgsentscheidend! Warum, das reflektiere ich in diesem Blogbeitrag.

Strategisch verankert

Employer Branding ist eine unternehmensstrategische Maßnahme. In vielen heimischen Betrieben ist diese Botschaft aber noch nicht so ganz angekommen. Häufig versteht man dort unter Employer Branding lediglich neu gestaltete Bewerberbroschüren, ein Xing-Unternehmensprofil oder einen Stand auf Karrieremessen. Das sind Einzelmaßnahmen, die zwar alle irgendwie Aufmerksamkeit und ein möglicherweise ansprechendes Bild nach Außen erzeugen. Losgelöst von einem strategischen Gesamtkonzept tragen sie aber allgemein wenig zur Zielerreichung bei. Im worst case werden solche Einzelmaßnahmen sogar konträr zur generellen Ausrichtung des Unternehmens wahrgenommen.

Idealerweise startet der Employer Branding Prozess mit der Zielsetzung und Frage: Welche Kompetenzen und Mitarbeiterinnen brauchen wir mittel- und langfristig um unsere Unternehmensziele zu erreichen? Daraus leiten sich Sub-Ziele für das Human Resources Management ab und konkrete Anforderungen für Personalentwicklung und für Recruiting. Um jene Mitarbeiterinnen zu gewinnen, die die nötigen Qualifikationen mitbringen und, die vor allem zur Unternehmenskultur passen, braucht es eine geeignete Strategie. Eine Strategie, die zur Gesamtstrategie des Unternehmens passen muss. Die Positionierung als Arbeitgeberin ist schließlich ein Imagethema mit großer Außenwirkung. Und eine Arbeitgebermarke strahlt auch immer auf eine Unternehmens- bzw. Produktmarke ab und umgekehrt. Kurz gesagt: Employer Branding ist ein zentrales Managementthema, das unbedingte Aufmerksamkeit und aktive Steuerung durch die Geschäftsführung braucht.

Ein weiteres Argument für die strategische Bedeutung des Employer Brandings ist, dass es sich hierbei um ein wirklich existentielles Thema handelt. Vor allem Betriebe, die von Fachkräftemangel betroffen sind, müssen sicherstellen, dass sie ihre aktuellen und zukünftigen Kundinnen mit Top-Qualität betreuen, Innovationen liefern und sich damit auch am Markt behaupten können. Wenn dafür dann die richtigen Köpfe im Unternehmen fehlen, stellt das ein ökonomisches Risiko dar. Employer Branding ist somit eine erfolgskritische Aufgabe.

Führungskräfte mit Vorbildwirkung

Die Chefin braucht es aber nicht nur im Entwicklungsprozess einer Arbeitgebermarke, sondern auch, wenn es um die Umsetzung und das Ausrollen nach innen in Richtung bestehenden Personals geht. Eine Geschäftsführung, die hinter der entwickelten Arbeitgeber-Positionierung steht und die definierten Markenwerte im alltäglichen Handeln erkennbar vorlebt, kann auch das mittlere Management sowie die Mitarbeiterinnen davon überzeugen und die Arbeitgebermarke zum Leben erwecken.

Führungskräfte aller Ebenen sind wichtige Vorbilder für ihre Mitarbeiterinnen. Egal, ob sie das wollen oder nicht. Wenn z.B. in einer Employer Value Proposition der Wert „Vertrauen“ verschriftlicht ist, die Führungskräfte bei allen Emails aber „in CC gesetzt“ werden wollen, suggeriert das das genaue Gegenteil und gefährdet die Glaubwürdigkeit der Arbeitgebermarke. Wenn eine Vorgesetzte aber als überzeugte und begeisterte Multiplikatorin der Employer Brand agiert, werden es ihr auch die Mitarbeiterinnen gleichtun. Je weiter oben diese Begeisterung zu spüren ist, desto stärker wird die Kraft der Arbeitgebermarke ausstrahlen.

Employer Branding muss also Chefsache sein, vom Kick-Off des Projekts bis zur Umsetzung im Alltag. Keine Recruiting-Abteilung und keine Marketingleitung kann dieses Thema allein zum nachhaltigen Erfolg tragen. Vielmehr braucht es echte Verbindlichkeit und Partizipation durch die Geschäftsführung um damit auch die strategischen Ziele eines Unternehmens zu erreichen und sich langfristig als attraktive und authentische Arbeitgeberin zu positionieren.

Wo ist das Thema Employer Branding in Ihrem Unternehmen angesiedelt? Werden die Unternehmenswerte in Ihrem Unternehmen sowohl von Geschäftsleitung als auch von der Belegschaft gelebt? Welche Erfahrungen haben Sie bis jetzt dazu gemacht? Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen und Meinungen mit uns über die Kommentarfunktion dieses Blogs. 

 

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Mag. Gabriele Fischereder, getbestfit, www.getbestfit.at

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