Employer Branding Recruiting

Qualität vor Quantität: So finden Sie Ihre Wunschkandidatin

HR Blog: die richtigen Jobkandidaten einstellen

Vielleicht kennen Sie dieses Szenario aus Ihrem Unternehmen: Sie sind auf der Suche nach einer Top-Kandidatin. Ausgeschrieben haben Sie die Stelle auf den bekannten Job-Plattformen, dort wo sich Ihre Wunschbewerberinnen informieren und wo Sie auch eine ordentliche Reichweite erlangen. Am Tag 1 trudeln über vierzig Bewerbungen ein, am nächsten Tag weitere dreißig und so geht es für den Rest der Woche weiter. Insgesamt zählen Sie über hundert Bewerbungen. Sie wissen gar nicht wie Sie alle diese Bewerbungen abarbeiten sollen. Schnell merken Sie leider auch, dass da Bewerbungen von Kandidatinnen dabei sind, die so gar nicht in Ihr Unternehmen passen.

Passung als Schlüsselfaktor

In Zeiten des demografischen Wandels stehen zwar viele Unternehmen vor der Herausforderung überhaupt Bewerbungen zu erhalten. Dennoch gibt es Branchen, die genau mit dem Gegenteil kämpfen und für bestimmte Stellen regelrecht in Bewerbungen untergehen. Und dort liegt auch die Krux begraben. Vielmehr als Quantität geht es nämlich darum, qualifizierte und engagierte Bewerberinnen anzuziehen. Und noch wichtiger ist es, nicht nur die besten, sondern die best-passenden Mitarbeiterinnen zu gewinnen: Passend zur offenen Position und den damit verbundenen Anforderungen, passend zum Team in dem die neue Mitarbeiterin tätig werden soll und vor allem auch passend zur Unternehmenskultur.

Um sich unzählige Stunden mühsamer Bewerberselektion in Zukunft zu ersparen und möglichst von Beginn an die richtigen Mitarbeiterinnen für eine offene Stelle anzuziehen, habe ich für Sie eine Checkliste zusammengestellt. Diese soll Sie bei der Optimierung Ihrer Stellenanzeigen unterstützen und Bewerberinnen ein authentisches Bild von Ihrem Unternehmen als Arbeitgeberin widerspiegeln.

Top 7 Tipps für Ihre nächste Stellenanzeige

  1. Perspektivenwechsel
    Versetzen Sie sich einmal in die Lage einer Bewerberin und lesen Sie Ihre Stellenausschreibung aus dieser Perspektive kritisch durch. Wie wirkt diese auf Sie? Fühlen Sie sich gut informiert und löst der Text den Wunsch aus, sich zu bewerben?
  2. Vier-Augen-Prinzip
    Lassen Sie die Stellenausschreibung auch von Kolleginnen gegenlesen und fragen Sie: Findest du dich bei der Beschreibung deiner Arbeitgeberin wieder?
  3. Wertvoller Blick von außen
    Fordern Sie auch Feedback von einer externen, unbedarften Person ein – der Blick von außen kann eigene blinde Flecken schnell sichtbar machen.
  4. Keine falschen Erwartungen wecken
    Vergleichen Sie die Beschreibung als Arbeitgeberin mit Ihrer Unternehmenskultur und seien Sie ehrlich, ob die genannten Aspekte auch tatsächlich gelebt werden und zwar durchgängig in allen Ebenen und Bereichen.
  5. Stimmiger Gesamtauftritt
    Prüfen Sie, ob die Stellenanzeige auch zu Ihrem restlichen Auftritt am Arbeitsmarkt passt. Kooperieren Sie mit der Marketingabteilung und stimmen Sie auch die optische Anmutung mit dem generellen Marktauftritt ab.
  6. Realistisch bleiben
    Wie sieht es mit den Anforderungen aus, die Sie an die Bewerberinnen stellen? Hand aufs Herz: Sind diese wirklich erfüllbar? Durchleuchten Sie die Liste an Anforderungen und filtern Sie in Hinblick darauf, welche Anforderungen wirklich unumgänglich, welche nice-to-have oder gar überflüssig sind.
  7. Finger weg von Standardfloskeln
    Ersetzen Sie austauschbaren Begriffe wie „dynamisches Umfeld“, „nettes Team“ oder „interessante Aufgaben“ mit echten, attraktiven Argumenten für Ihr Unternehmen. Beschreiben Sie stattdessen, was das Arbeiten in Ihrem Unternehmen wirklich ausmacht und von anderen Arbeitgeberinnen unterscheidet.

Sie sehen also: Es sind eine Reihe an strategischen Überlegungen, die hinter einer wirklich guten Stellenanzeige stehen. Hier eine echte Verbesserung zu erreichen, geht nicht von heute auf morgen. Nehmen Sie sich also bewusst Zeit dafür und holen Sie für dieses Unterfangen auch die Geschäftsführung mit ins Boot. Wer sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzt, wird die Bearbeitungszeit im Recruiting drastisch verkürzen, damit Kosten sparen und künftig statt einem Berg an unpassenden Bewerbungen eine überschaubare Anzahl an qualitativen und passenden Lebensläufen vor sich finden. Das kommt nicht nur Ihnen selbst, sondern auch Ihrem Unternehmen zugute.

Wie geht es Ihnen in Hinblick auf Quantität und Qualität von Bewerbungen? Arbeiten Sie bereits mit ähnlichen Strategien wie oben beschrieben? Haben Sie noch weitere Tipps für eine optimale Stellenausschreibung? Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen dazu! Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen und Meinungen mit uns über die Kommentarfunktion dieses Blogs.

 

Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von:  Mag. Irmgard Prosinger, getbestfit, www.getbestfit.at

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